3000 Liter Rohalkohol aus der Gemeinde Bodenwöhr für Desinfektionsmittel

2. Bürgermeister Albert Krieger, Brennmeister, 1. Bürgermeister Georg Hoffmann, Mitglieder der FF aus dem Landkreis Regensburg zum Transport nach Regensburg, Apothekerin, Geschäftsführer Brennerei Schwand, Markus Lehner Bildrechte: Georg Hoffmann


Der neuartige Coronavirus ist derzeit in aller Munde und beherrscht die Medienlandschaft weltweit. Vor allem auch Berichte über Hamsterkäufe dominieren ganz aktuell die Schlagzeilen. Neben Nudeln, Mehl und anderen lange haltbaren Lebensmitteln waren es jüngst Toilettenpapier, medizinisches Zubehör, wie verschiedene Mund- und Atemschutzmasken und vor allem Desinfektionsmittel, die besonders gefragt waren. Aber sind alle Desinfektionsmittel gleichermaßen geeignet, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen? Als besonders wirksam haben sich laut dem Robert-Koch-Institut Mittel auf Basis von Ethanol, also herkömmlichen Alkohol erwiesen. Im Bodenwöhrer Ortsteil Neuenschwand gibt es mit der Gemeinschaftsbrennerei Schwand GbR noch eine funktionstüchtige Brennerei, in der früher größtenteils aus Kartoffeln Rohalkohol zur Weiterverarbeitung in der Industrie oder der Medizin hergestellt wurde. Die Kartoffeln wurden dabei zermahlen, mit Enzymen versetzt und später mit Hefe angereichert. Nach einer Dauer von drei Tagen konnte die gärende Maische destilliert und der Rohalkohol als Rohstoff für eine weitere Verarbeitung gewonnen werden. Angesichts der Desinfektionsmittelknappheit haben nun 2. Bürgermeister Albert Krieger, der dort jahrelang als Brennmeister tätig war, Geschäftsführer Markus Lehner und 1. Bürgermeister Georg Hoffmann den Katastrophenschutzstäben bei den Landratsämtern in Schwandorf und Regensburg die Kapazitäten der Brennerei angeboten. Die Neuenschwandner Brennerei wurde daraufhin tätig und unterstützt nun dabei, den bestehenden Engpass bei Desinfektionsmitteln mit zu beheben, da aus dem Rohalkohol jederzeit Desinfektionsmittel hergestellt werden kann. So deckte sich der Landkreis Regensburg mit 2000 Liter Rohalkohol ein, der noch vor Ort durch einen Apotheker verarbeitet wurde. Der Landkreis Schwandorf orderte 1000 Liter, die er bei der NABU-Oberflächentechnik GmbH inStulln in Desinfektionsmittel umwandeln lässt. Das fertige Produkt steht dann den Apotheken im Landkreis zur Verfügung. Sollte die Nachfrage auch bei anderen Bedarfsträgern noch weiter steigen, so kann die Brennerei durchaus ihre Kapazitäten erhöhen. Natürlich bedarf es hierzu einiger Vorarbeiten, jedoch kann der Betrieb zur Herstellung von Rohalkohol aus Kartoffeln oder auch Getreide in vergleichsweise kurzer Zeit aufgenommen und erhöht werden. Nachfragen sind direkt an die Brennerei oder die Gemeinde Bodenwöhr, die die Anfrage gerne weiterleitet, zu richten. „Die Einbindung und Nutzung der Neuenschwandner Brennerei zur Bekämpfung des Corona-Virus zeigt, dass das Netzwerk der Kontakte in unserer Region ausgezeichnet funktioniert“, so Bürgermeister Georg Hofmann erfreut, „wenn wir alle zusammenhalten, kommen wir gemeinsam durch diese schwere Zeit. Sein Dank geht an alle, die sich einbringen und Hilfe, egal in welcher Form, anbieten.
PM: Gemeinde Bodenwöhr