Absage von Festspiel und Altstadtfest Neunburg vorm Wald

Szenenbilder aus dem Festspiel "Vom Hussitenkrieg" in Neunburg v.W. © thomasstarringer

In seiner Sitzung vom 8. April 2020 hat der Stadtrat der Stadt Neunburg vorm Wald im nicht öffentlichen Teil beschlossen, dass heuer zwei städtische Traditionsveranstaltungen im Sommer aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise abgesagt werden müssen.
Konkret handelt es sich dabei um die Burgfestspiele „Vom Hussenkrieg“ und das Neunburger Altstadtfest. Bereits einige Wochen zuvor begann für die Stadtverwaltung und die ehrenamtlichen Vereine, die sich bei beiden Veranstaltungen mit großem Einsatz beteiligen, das bange Warten, ob
die Veranstaltungen stattfinden können oder nicht. Inzwischen bewahrheiteten sich die Befürchtungen aller: Beide Veranstaltungen müssen wegen der Corona-Krise ausgesetzt werden.
Grund hierfür ist, dass den beiden Veranstaltungen monatelange Vorbereitungen vorausgehen, die wegen der Beschränkungen kurzerhand auf Eis gelegt werden mussten. Beim Festspiel stand bereits für Anfang Mai der Probenauftakt an. Aufgrund der vom Bayerischen Ministerpräsident Dr.
Markus Söder angedeuteten Verlängerung der bestehenden Beschränkungen werden diese Proben mit großer Sicherheit nicht stattfinden können. Das bringt den von langer Hand geplanten Zeitplan vollends durcheinander und bedeutet einen Zeitverzug, den man so bis zur Premiere am 4.Juli nicht mehr hätte aufholen können.
Aufgrund der Planungsunsicherheit wäre es für alle Beteiligten schwierig gewesen, jetzt weitere Maßnahmen zu ergreifen. Deshalb wurde nun, nach Rücksprache mit allen Beteiligten, gemeinsam die Reißleine gezogen.
Der Stadtrat ist hier der selben Ansicht und entschied in seiner gestrigen Sitzung, dass die Burgfestspiele für heuer ausgesetzt werden.
Die Rückabwicklung bereits gekaufter Karten erfolgt ab kommender Woche über okticket. Nähere Infos hierzu folgen.


Ähnlich verhält sich die Situation beim Altstadtfest, das heuer am 22. und 23. August hätte stattfinden sollen. Auch hier wären zeitnah wichtige Entscheidungen zu treffen gewesen. Die entsprechenden Verträge mit Bands, Bühnenverleih, Licht- und Tontechnik und vielen mehr, hätten
in den nächsten Wochen abgeschlossen werden müssen.
Das war für alle an der Planung beteiligten Vertreter/innen aus Vereinen und Stadtverwaltung nicht weiter tragbar. Es handelt sich bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung um erhebliche Summen, die im Vorfeld investiert werden müssen – fällt die Veranstaltung dann aus, so bedeutet das für alle Beteiligten große finanzielle Einbußen. Deshalb wurden zunächst alle Planungen zurückgestellt und verschoben. Es deutend jedoch momentan alles darauf hin, dass sich an der
derzeitigen Lage in den nächsten Wochen nichts signifikant verbessern kann und wird. Es wäre aus diesem Grund unverantwortlich die Planungen fortzuführen oder gar zu konkretisieren.

Hierüber hat der Stadtrat in seiner Sitzung am gestrigen Mittwochabend nochmals ausgiebig diskutiert und kam zum Entschluss: Das Altstadtfest sollte ebenso abgesagt werden. Als Begründung führt der Stadtrat vor allem Eines an, welches unser aller höchstes Gut ist: Die Gesundheit. Die Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger ist zu schützen. Größere
Menschenansammlungen sind deswegen zu vermeiden. Dieser Verantwortung möchten die Vertreterinnen und Vertreter des Stadtrates nachkommen und zugleich den (finanziellen) Schaden, der den Beteiligten entstanden wäre, hätte man jetzt sorglos weitergeplant, abwenden.
Die Stadtverwaltung bittet in diesem Zusammenhang um das Verständnis für diese Entscheidung, die sich niemand leicht gemacht hat. Die momentane Lage lässt derzeit keinen anderen Entschluss zu und stellt die Planungen aller Veranstalter/innen auf den Prüfstand. „Es wird mit Sicherheit eine Zeit kommen, in der wir wieder gemeinsam feiern können. Bis dahin bitte ich Sie alle um Ihr Verständnis für die aktuelle Lage und um Geduld, damit wir diese schwierige Situation gemeinsam meistern können“, so der abschließende Appell der Zweiten Bürgermeisterin Margit Reichl.