Corona-Virus: Regensburger Know-how für Impfstoff-Forschung

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Regensburg (obx) – Die ganze Welt wartet darauf, dass es Forschern gelingt, einen Impfstoff gegen das Corona-Virus zu entwickeln. 68 Wissenschaftler-Teams weltweit arbeiten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation derzeit an dieser Herkulesaufgabe. Dabei baut die Medizin auch auf Know-how aus dem Biotech-Cluster im ostbayerischen Regensburg: „Firmen aus unserem Cluster unterstützen aktiv die globalen Aktivitäten bei der Impfstoffentwicklung“, sagt Thomas Diefenthal, Geschäftsführer des Bioparks Regensburg, der das Cluster steuert. 
Bereits seit dem ersten Aufkommen des neuartigen Corona-Virus produziert der Regensburger Standort der Thermo Fisher Scientific Geneart mehr als 1.000 maßgeschneiderte synthetische SARS-CoV-2 Gene für Universitäten, Pharma- und Biotech-Unternehmen. Die Nachfrage nach dem DNA-Erbgut, das für die Virushülle oder -gene kodiert, steigt ständig. Dabei habe die Firma von Anfang an alle Bestellungen von SARS-CoV-2 Genen kostenlos priorisiert und damit den Kunden weltweit dringend benötigte maßgeschneiderte Viruskonstrukte zur Verfügung gestellt, um die Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika zu beschleunigen, so Diefenthal. Das Unternehmen produziert derzeit sieben Tage die Woche im Schichtbetrieb rund um die Uhr.
Das Regensburger Unternehmen Davids Biotechnolgie, spezialisiert auf die Herstellung von Antikörpern zum Nachweis von Viren, Bakterien und Parasiten, beliefert weltweit Kunden, die entsprechende diagnostische Tests herstellen. Die Mitarbeiter arbeiten nach Unternehmensangaben mit maximaler Kapazität, um die Kunden zuverlässig mit Antikörpern gegen das Virus beliefern zu können.
PAN-Biotech aus Aidenbach (Kreis Passau) unterstützt mit Medien, Reagenzien und Seren für die Zellkultur alle namhaften Pharma-, Biotech- und Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen oder der Produktion von Testkits. In den vergangenen Tagen habe das Unternehmen die Kapazitäten für die Testsets um das Zehnfache gesteigert, teilt der Biopark Regensburg mit. Kunden profitieren auch von „Virus Protect“, einem neuen Desinfektionsmittel. Entwickelt haben die Niederbayern dieses  nach Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation. Es bietet einen wirkungsvollen Schutz gegen Viren. Damit will das Unternehmen dem aktuellen Engpass bei der Lieferung von desinfizierenden Flüssigkeiten entgegenwirken.  
Auch das Clustermanagement der Bioregio Regensburg unterstützt die Suche nach innovativen Anwendungen, die gegen Corona eingesetzt werden können. „Wir sind mit unseren Firmen auf verschiedenen Covid-19-Plattformen online unterwegs, auf denen mit gemeinsamen Projekten zur Lösung der Covid-19-Krise aufgerufen wurde“, sagt Diefenthal. So hätten der Bayerische Cluster Biotechnologie und der Branchenverband BIO Deutschland in Berlin entsprechende Plattformen aufgebaut. Das Rückgrat im Haus sei ein starkes Team: „Unsere kleine Mannschaft schafft es, auch in diesem außerordentlichen Krisenmodus mit zwei getrennten Teams, räumlicher Distanz und digitaler Technik, die komplexen hochwertigen Anlagen rund um die Uhr, auch an den Wochenenden und Feiertagen so am Laufen zu halten, dass die systemrelevanten Firmen im Biopark weiter produzieren können“, betont der Geschäftsführer