Der Valentinstag, wo kommt der den eigentlich her?

Bald, also am 14.Februar ist es wieder soweit: Der Valentinstag steht an, und die Werbung erinnert uns schon regelmäßig daran. Aber wo kommt der Brauch eigentlich her? Und wieso spaltet er die Weltbevölkerung?

Es stecken tatsächlich 2000 Jahre Kulturevolution in diesem Brauch. Und bis heute spaltet er die Menschheit.

Aber der Reihe nach: Zu Anfang standen die alten Römer Pate. Die feierten nämlich um den 14. Februar die „Lupercalien“ einen Fruchtbarkeitsritus besonders für Paare und Eheleute und vor allem zur Partnersuche. Das ist schon einmal der erste Verweis der dann auch nachfolgend dafür gesorgt haben mag das ab dem frühen Mittelalter der Hl. Valentin zu der Zeit gefeiert wurde. Ebenfalls als Segnungspate für Eheleute und die die es in der nächsten Zeit werden wollen. Allerdings stecken in seinem Gedenktag 2 bis 4 Heilige selben Namens.

Um 1200 dann bis in die Gotik wurde eben jener Umstand im Minnesang verarbeitet. Meist in Frankreich und England, in Sonetten und Versen um Königspaare quasi werbewirksam unter Zuhilfenahme des Hl. Valentin zu besingen.

Ein wenig später nämlich um 1770 kam ein englischer Verleger auf die Idee einen Gedichtband herauszubringen aus dem man nun Textbausteine für Briefe an seine Angebetete entnehmen konnte, er nannte ihn nach dem Hl. Valentin. Etwas später gab es dann vorgefertigte Karten,und geboren war das Sendegedicht das wir bis heute kennen, damals schon mit Blume. Selbiges wurde dann im 19. Jahrhundert mit der Auswanderungswelle nach Amerika importiert und dort verschmolzen dann die Bräuche.

Eine Vielzahl von Bräuchen rund um die Welt haben sich ebenfalls bis heute gehalten. Den, den wir aber meinen den haben dann die Amerikaner aufgebracht. Sie nahmen die britische Idee auf und bauten sie zu einem festen Brauch am 14.Februar aus, inklusive dem hinzufügen von Süßigkeiten und dem dementsprechenden Werberummel drum herum. Das wanderte dann nach 1945 mit den Besatzungstruppen wieder zurück nach Europa und auch zu uns. Und dann kam das Wirtschaftswunder. Besonders die Floristen taten sich in den 50ern und 60ern hervor. Vielleicht kennt das der eine oder andere noch wenn man im Blumenladen vor Ort einen Strauß bestellen und bezahlen kann, zusammengestellt und ausgeliefert wird er aber vom Kollegen z.B. in Hamburg. Der Valentinstag; ein perfekter Werbeträger dafür.

Der Valentinstag spaltet heutzutage auch die Weltbevölkerung. Während er in einer Vielzahl von Ländern verbreitet ist, auch ab und an unter anderem Namen und unter Einbeziehung regionaler Bräuche wie etwa in Japan, China oder Süd-Korea, steht in Saudi Arabien dem Iran, Malaysia und einigen anderen muslimischen Ländern bereits das erwerben von Valentinsarikeln unter Strafe. Das begehen des amerikanisch/christlichen Feiertages wird dort sofern es öffentlich geschieht, mit Gefängnisstrafen geahndet. Eine Ausnahme bildet hier der Libanon dort wird der Hl. Valentin bis heute als Schutzpatron verehrt und an seinem Feiertag aller Orten gefeiert. Ebenso ist der Valentinstag in Irland religiöser geprägt, man Pilgert hier zum Dom in Dublin wo sich die Reliquien des Hl. Valentin befinden sollen, man betet dort allerdings dennoch darum einen Lebenspartner zu finden. Aber auch in Europa gibt es Gegenbewegungen. So wurde z.B. in Rumänien scharfe Kritik durch nationalistische Parteien und Organisationen geäußert. Ihnen ist der amerikanische Kommerzgedanke nicht genehm, kurzerhand hat man einen eigenen fast in Vergessenheit geratenen Feiertag mit einem ähnlichen Zweck wiederbelebt und begeht ihn am 24. Februar.

Weltmeister im Valentin-feiern ist übrigens… Singapur! Dort geben 60% der Bevölkerung zwischen 100 und 500 Dollar für Valentinsgeschenke jedes Jahr aus. Das beliebteste Reiseziel von Singles aus Westeuropa und Nordamerika rund um den 14. Februar ist übrigens Rio. Den in Brasilien wird der „Tag der Liebenden“ Im Juni gefeiert da im Februar bereits der Karneval auf vollen Touren läuft. Und so ist schon manch einer vor der Werbungswelle rund um die Liebe dorthin geflohen um selbige dann zu finden.

ThSt 2/2019