Die Lage im Landkreis SAD zum Wochenende: Indiz 110.91 + Maskenpflicht in Grundschulen + Neuregelung für KITA-Betrieb

Pressemitteilung: Landratsamt Schwandorf, Hans Prechtl
Informationen zum Coronavirus sind auf der Homepage https://corona.landkreis-schwandorf.de zusammengefasst.

Am Donnerstag hatten wir 51 Fälle, womit der Landkreis Schwandorf seit heute die vierte Ampelstufe Dunkelrot erreicht hat. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 110,91. Auch am heutigen Freitag sind bislang mehr als 50 Infektionen zu verzeichnen, und zwar deutlich mehr. Wohnorte werden zu einem späteren Zeitpunkt wieder genannt werden können. Die Sortierung nach Wohnorten und Falleingangs- oder Übermittlungsdatum würde eine manuelle Nachbereitung der auf EDV-Systeme basierenden Daten bedeuten.

Im Schwandorfer Seniorenheim wurden im Rahmen des bekannten Ausbruchs bis jetzt 23 Bewohner und sieben Mitarbeiter positiv getestet. Eine infizierte Bewohnerin ist vergangene Nacht im St.-Barbara-Krankenhaus in Schwandorf verstorben.

Im Pflegeheim in Nabburg, das ebenfalls von einem Ausbruch betroffen ist, sind bis jetzt 18 Bewohner und acht Mitarbeiter positiv getestet. Ein Todesfall in diesem Heim wurde bereits in der gestrigen Pressemitteilung gemeldet. Die Zahlen zu beiden Einrichtungen sind im Fluss, da verschiedene Testergebnisse noch ausstehen. Zwei Schulklassen müssen über die Herbstferien hinaus in Quarantäne verbleiben. Betroffen sind eine elfte Klasse an der FOS/BOS Schwandorf und eine zehnte Klasse der Berufsschule Nabburg.

Der infizierte Bewohner der Asylunterkunft Dachelhofen konnte heute aus dem Krankenhaus entlassen und mit seiner Familie in die Quarantänestation nach Regensburg verlegt werden. Für einen weiteren Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft wird aufgrund seiner Vorerkrankungen und der damit verbundenen Hochrisikokonstellation eine andere Unterbringung organisiert.

Zahlreiche Testungen im Sepp-Simon-Stadion

Im Testzentrum Schwandorf wurden die Testungen deutlich ausgeweitet. Waren es im September insgesamt 1.300 Testungen und im Oktober bereits 2.100, haben wir allein gestern – also an einem Tag – 238 Personen abgestrichen.

Maskenpflicht auch an Grundschulen

Aufgrund der starken Zunahme der Fälle und der damit verbundenen neuen Vorgaben der Staatsregierung besteht ab jetzt auch wieder Maskenpflicht an Grundschulen. Die bislang vom Landkreis erteilte Befreiung wurde von der Staatsregierung aufgehoben. Zu einem erneuten Antrag, den wir gestellt haben, haben wir zwar noch keine schriftliche Ablehnung, aber die Vorab-Mitteilung erhalten, dass mit einer erneuten Ausnahme nicht gerechnet werden kann. Klargestellt wurde seitens des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, dass solche Anträge, wie sie bislang in Ausnahmefällen bewilligt wurden, künftig keinerlei Aussicht auf Erfolg mehr haben.

Stufe Rot ab Dienstag für Kindergärten – Schichtmodell

In meiner Pressemitteilung Nr. 159 vom 28. Oktober hatte ich die veränderte Bedeutung der Ampelstufen für Kinderkrippen und Kindergärten erläutert. Obwohl der Landkreis von der Inzidenzzahl her bereits in Stufe Rot war, haben wir die Kitas in Stufe Gelb belassen. Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens war es notwendig, heute für diesen Bereich die Stufe Rot auszurufen. Um allen Trägern und Einrichtungen noch einen Werktag Vorlaufzeit zu geben, der für die weitere Organisation des Betriebs der Kindergärten und Kinderkrippen notwendig ist, gilt die Stufe Rot ab Dienstag. Das bedeutet für die Kindertagesbetreuung und die heilpädagogischen Tagesstätten, dass ein eingeschränkter Betrieb umzusetzen ist. Es kann nur noch ein Teil der sonst betreuten Kinder zeitgleich bzw. gemeinsam betreut werden.

Die Träger können sich jetzt zwischen folgenden beiden Varianten entscheiden:

Die Kinder könnten zum einen, wie in der Kindertagespflege, den Betreuungspersonen in kleinen Gruppen fest zugeordnet werden. In der klassischen Kindertagespflege werden von einer Betreuungsperson bis zu acht Betreuungsverhältnisse eingegangen und dabei bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreut, ggf. zuzüglich eigener Kinder. In diesem Rahmen könnten auch den pädagogischen Fach- und Ergänzungskräften in den Kitas Kinder in kleinen Gruppen zugeordnet werden. Dieses Modell wäre insbesondere dort sinnvoll, wo auch eine räumliche Trennung der Gruppen möglich ist und die Betreuungszeiten der Kinder mit den Arbeitszeiten der Beschäftigten in Einklang zu bringen sind.

Zum anderen – und das wird der Regelfall im Landkreis sein – könnten die Betreuungszeiten der Kinder angepasst werden, denkbar wären hier auch Schichtmodelle im wöchentlichen, halbwöchentlichen oder täglichen Wechsel. Diese Vorgehensweise bietet sich an, wenn eine räumliche Trennung der Gruppen und damit eine gleichzeitige Betreuung der Kinder nicht möglich sind.

Besuch in Heimen eingeschränkt

In der heute vom Landratsamt erlassenen Allgemeinverfügung, die in unserem Amtsblatt veröffentlicht ist, welches wiederum in unserer Homepage abrufbar ist, sind auch neue Regelungen für den Besuch in Heimen enthalten. Es wurden Besuchsverbote und die davon geltenden Ausnahmen geregelt. Wir verweisen insofern auf die ausführliche Darstellung in unserem Amtsblatt Nr. 31 von heute, 6. November.

Schulen bleiben im Präsenzunterricht

Für zwei Stunden hatte es so ausgehen, dass das Schichtmodell auch für die Schulen im Landkreis Schwandorf gelten würde. Aufgrund einer neuen Vorgabe des Kultusministeriums, die uns heute um 13 Uhr erreicht hat, waren die um 11 Uhr getroffenen Verfügungen aber bereits wieder Makulatur. Wir haben deshalb heute ein zweites Amtsblatt herausgegeben, in dem die Regelungen aus dem ersten Amtsblatt insoweit wieder aufgehoben wurden, soweit sie die Schulen betreffen. Die für Kindertagesstätten und Heime getroffenen Regelungen sind davon aber nicht berührt. Das bedeutet, dass wir in der nächsten Woche unterschiedliche Regelungen für Schulen und Kindergärten haben. Die Schulen werden vorerst in gewohnter Weise weitergeführt, die Krippen und Kindergärten gehen in das Schichtmodell.

Das Landratsamt wird die Infektionslage fortlaufend neu bewerten. Die derzeitige Pandemiesituation gebietet es, auf Sicht zu fahren und wo möglich die verfügten Regelungen zu lockern und wo erforderlich auch zu verschärfen. Die von Landrat Thomas Ebeling gebildete Koordinierungsgruppe, die heute als Videokonferenz getagt hat, wird sich am Montag erneut beraten.