E-Mobilität in der Gemeinde Wackersdorf

Eine Hybrid-Limousine und ein Elektro-Lieferwagen (Mitte) ergänzen ab sofort die E-Flotte der Gemeinde Wackersdorf. Die beiden BMW i3 im Bild werden als Dienstwagen der Verwaltung und Carsharing-Fahrzeug genutzt. Personen im Bild (v.l.): Daniel Fendl (Geschäftsstellenleiter der VG Wackersdorf-Steinberg am See), Thomas Falter (Bürgermeister), Thorsten Höcht (Projektmanager des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz), Volker Keil (Bauhofleiter), Julia Rösch (Pressesprecherin des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz); Nachweis: Michael Weiß/VG Wackersdorf

Die Gemeinde Wackersdorf hat im Sommer 2020 zwei neue Fahrzeuge in Dienst gestellt – einen vollelektrischen Kastenwagen und einen Hybrid-Dienstwagen. Gleichzeitig feiert das E-Carsharing-Projekt der Gemeinde seinen ersten Geburtstag.

Die Neuen in der Flotte

Einer der Neuzugänge, ein BMW 530e Plug-In Hybrid, steht dem Bürgermeister ab sofort als Dienstwagen zur Verfügung. Das Leasing-Fahrzeug besitzt eine elektrische Reichweite von fast 60 Kilometern. „Im Gemeindegebiet fahre ich nur noch elektrisch. Für weitere Strecken nutzen wir den Verbrennungsmotor“, erklärt Bürgermeister Thomas Falter. Denn die Leistung der Limousine teilt sich in 184 PS eines Benzin- und 109 PS eines Elektromotors auf. Auch am neuen Fahrzeug des Bauhofs sticht das „E“ am Ende des Kennzeichens ins Auge. Der Transporter, ein Mercedes-Benz eVito, ist seit diesem Sommer als „Wasserfahrzeug“ im Einsatz. „Wir nutzen es für alle Bereiche der Wasserversorgung – von Zählerwechsel über Arbeiten an Rohrleitungsnetz, Brunnen oder Wasseraufbereitung bis zum Herstellen von Baustellenanschlüssen“, schildert Bauhofleiter Volker Keil. Die Reichweite des rein-elektrisch angetriebenen Lieferwagens beträgt bis zu 200 Kilometer. „Eine Akkuladung hält im Praxisbetrieb ungefähr eine Woche“, weiß der Bauhofchef. Inklusive Innenausbau und Werkzeugausstattung* belaufen sich die Anschaffungskosten auf rund 45.000 Euro. Ein weiteres Elektrofahrzeug wird noch in diesem Jahr folgen. Der seit drei Jahren im Dienst der Rathausverwaltung stehende vollelektrische BMW i3 wird im Herbst durch ein weitestgehend baugleiches Nachfolgemodell ersetzt.

AC/DC Für Wackersdorf: 1 Jahr eCarsharing

Vor einem Jahr war es das erste E-Carsharing-Angebot in gesamten Landkreis Schwandorf. Für nur 3,99 Euro in der Stunde bzw. 19 Euro am Tag kann jeder den elektrisch angetriebenen BMW i3 mieten. Nach 12 Monaten Projektlaufzeit steht fest: Trotz eines Corona-bedingten Einbruchs im Frühjahr wurde das Fahrzeug rund 15.000 Kilometer bewegt. Die gefahrenen Einzeldistanzen geben auch Aufschluss über die Art der Nutzung. „Es wird fast ausschließlich für weitere Distanzen gebucht, kurze Alltagsfahrten haben wir kaum“, fasst der Pressesprecher der Gemeinde, Michael Weiß zusammen. Man überlege nun, wie Auslastung und Attraktivität weiter gesteigert werden könnten. Die Gemeinde Wackersdorf betreibt das Carsharing in Kooperation mit der E-WALD GmbH, dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz und der Sennebogen GmbH & Co. KG als exklusiven Sponsoring-Partner. Alle Informationen zur Funktionsweise des Wackersdorfer Carsharing sind online unter www.wackersdorf.de verfügbar.

Ladeinfrastruktur und Anbindung

Derzeit stehen in Wackersdorf zwei öffentliche Ladesäulen für zur Verfügung – eine am Murner See, eine am BMW-Werk in der Oskar-von-Miller-Straße. Weitere Stationen folgen: „Bei anstehenden Bauvorhaben, wie dem neuen Parkplatz an der Kirche oder dem neuen Ärztehaus planen wir jeweils Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge mit ein“, hält Bürgermeister Thomas Falter fest. Vor allem im Bereich der Ortsmitte stünden in der Zukunft auch die Kombinationsmöglichkeiten unterschiedlicher Fortbewegungsmittel wie ÖPNV, Fahrrad und Carsharing im Fokus. „Neben der Sicherstellung und Optimierung von medizinischer Versorgung und Nahversorgung ist auch das ein zentraler Baustein der Entwicklung unserer neuen Ortsmitte“, so Falter. Das Wackersdorfer Zentrum befindet sich im Zuge eines ISEK** in einem umfangreichen Prozess der Neugestaltung und Aufwertung.

* Das Fahrzeug ist nach Richtlinien des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) ausgestattet. Letzterer gewährleistet mit seinen klar definierten Vorgaben unter anderem eine sichere Wasserversorgung nach international höchsten Standards.

** Die Abkürzung „ISEK“ steht für Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept. Das ISEK ist die Grundlage für sämtliche Programme der Städtebauförderung, oder andersrum formuliert: Kein ISEK, keine Förderung. Ein ISEK wird von einer Kommune gemeinsam mit Experten erstellt. Im ISEK werden Status Quo und Ziele eines bestimmten Raumes definiert – dieser „bestimmte Raum“ ist im Falle Wackersdorfs die neue Ortsmitte. Durch seine detaillierte Ausarbeitung ist das ISEK nicht nur eine Fördergrundlage. Es ist eine konkrete Arbeitshilfe für die Entwicklung des definierten Sanierungsgebiets.