Am 8. Mai 1945 gab es in Deutschland eine Stunde Null. Das Land lag nach 12 Jahren NS-Diktatur und sechs Jahren Krieg darnieder. Zerstörte Städte, zerstörte Infrastruktur, von Wirtschaft,Finanzwesen und Verwaltung ganz zu schweigen. Millionen von Toten, sowohl militärisch als auch zivil und natürlich nicht zu vergessen durch die Gräuel des Krieges und des Regimes umgekommene. Fremdbestimmt und beherrscht durch die Kapitulation. Flüchtlinge überall, und unsagbares Leid und Elend wo immer unserer Großeltern auch hinsahen. Keiner hatte eine Perspektive oder Idee im ersten Moment wie, und ob es weitergeht.

Trotzdem haben wir uns wieder aus dieser für uns unvorstellbaren Situation zu dem entwickelt was wir sind, oder besser noch vor drei Monaten waren. Ist es also so unvorstellbar nach nur „acht Wochen“ shotdowen, das wir ähnliches wieder erlangen, und mehr noch was können wir lernen?

Nun vielleicht das jedes „Runterfahren„ ein „Rauffahren“ birgt und das man dann Fehler korrigieren kann!
Ist es wirklich notwendig das wir „Verbrenner“ mit Prämien belegen um wieder anzufahren, die dann am Ende auch nur dazu dienen sollen Dividenden und Boni zu zahlen, anstatt Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern? Oder sollten wir die Möglichkeit nutzen, einen für Deutschland wichtigen Industriezweig dauerhaft zukunftssicher zu gestalten? Sicher keine einfache Aufgabe, aber machbar.

Ist es wirklich das Ziel, Billigstflüge, die sich sowieso nie rechnen konnten wieder unter staatlicher Subvention einzuführen? Ganz zu schweigen davon ob man mit Milliarden an Steuergeldern Unternehmen rettet, aber kein Mitspracherecht erhält, weder in der Unternehmenspolitik noch in der Arbeitsplatzerhaltung?

Sollte man digitales Lernen nun weiter fördern oder als Symptom begreifen das uns mal ein wenig geholfen hat…

Und überhaupt brauchen wir vielleicht ein neues Verständnis für Begriffe wie: Globalisierung? Föderalismus? Europa?

Wie sieht es mit Fördermöglichkeiten für diverse Berufe, die bis dato als untere Gehalts- und sprechen wir es doch aus, Achtungsklasse galten: Für Pflege, für den Mann, die Frau vom Bauhof, das Ehrenamt bei den Rettungsdiensten oder dem THW, der Feuerwehr? Und alle anderen die unser tägliches Leben möglich machen.

Und am wichtigsten, zumindest wirtschaftlich gesehen; das nicht das „Multimilliarden Dollar Unternehmen“, sondern die Kleinen und Mittelständler vor Ort, der Bäcker, der Metzger der Supermarkt, das Schuhhaus, der Frisör, die Kneipe ums Eck, die sind die uns berühren, die unser Leben ausmachen, und an dieser Stelle auch erwähnt der Landwirt der unser täglich Brot vor Ort und nicht 10.000 Kilometer weit weg produziert; die sein müssten die besonders geachtet und gefördert werden müssen….

In diesem Duktus könnte ich weiter machen da gibt es noch viel, sehr viel aufzuzählen, und immer noch hätte ich nicht alles berücksichtigt.

Nicht zu vergessen das wir nun merken wo und wie uns Vereine aller Art im täglichen Leben fehlen, sie; die immer ganz hinten stehen im Haushalt der Kommunen, wenn noch was übrig ist bekommt der Sport– der -Schützen oder der Musikverein halt mal ein „Flachgeschenk“ von 100 Euro und gut isses… jeder Vereinsvorstand der ehrenamtlich den „Kopf“ hinhält kann davon ein Lied singen.. Oder die Künstler und Kulturschaffenden, die derzeit nicht nur in der Luft hängen sondern mit keinem Wort erwähnt werden! Nach dem Motto selber schuld wenn du Künstler oder Musiker bist, gibt ja Harz 4! Jenes Unding, das nur mehr Armut und Elend verursacht als es jemals linderte, und im Endeffekt nur dazu dient die Staatskasse zu schonen.

Wie wäre es zumindest mal nur die Überlegung anzustellen, ja; zu wagen, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht vielleicht doch eine Variante wäre?
Das im übrigen klug eingeführt und gemacht, sowohl den Steuerseckel schont, als auch dem Leistungsgedanken in nichts gegenübersteht… mal Gedanken wagen, das wäre doch einmal ein Fortschritt…

Brand sagte einst im Bundestag“Wir wollen mehr Demokratie wagen“
2020 sollten wir vielleicht mehr Visionen wagen!

Alles eine Frage der Stunde NULL! So wie sich unsere Vorväter Gedanken machen mussten, welche politische Ordnung sie haben wollen, welche Wirtschaftsordnung gelten soll und gleichzeitig wo sie die nächsten Tage unterkommen und sich ernähren können, könnten wir nun ganz bequem (aus deren Sicht. Und dies wollen wir mal Unterstreichen) entscheiden ob es nicht Zeit ist; sich über das Eine oder Andere beim „Wiederanfahren“ nach oder „between“ Corona Gedanken zu machen?

Und? Auch schon mal nachgedacht? Oder wahren Sie zu beschäftigt mit Streamingdienst und Urlaubsstornierung, und dem Kritisieren unserer Politiker und dem Hadern mit der allgemeinen Situation? Dem teilen unsinniger Meldungen über Masken- und Weltverschwörungen…

Na dann würde es mal Zeit werden!

Den zweite Chancen erhält man selten, und meist dann nur einmal!

Und WIR müssen dies nicht immer alles auf die Volksvertreter schieben, der Impuls ging damals von unseren Großeltern aus, und er müsste heute: Von uns ausgehen!