Freilichtspiel: „Galgenberg – Richtstätte im Mittelalter“

Der Fall des Doppelmörders Andreas Büchl ist Thema des Freilichtspiels „Galgenberg – Richtstätte im Mittelalter“. Bild: © Christa Bach

„Galgenberg – Richtstätte im Mittelalter“: So heißt ein kleines Freilichtspiel, das am Samstag, 12. September, ab 20 Uhr am Originalschauplatz in Burglengenfeld aufgeführt wird. Corona-bedingt wird das Schauspiel dieses Jahr nur in reduzierter Form ohne Bläserensemble und mit nur einem Schauspieler aufgeführt. Die Zuschauerzahl ist auf 30 Personen begrenzt, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann. Mund- und Nasenschutz ist erforderlich. Anmeldungen sind ab sofort bei der VHS im Städtedreieck möglich.

Gerhard Schneeberger wird in seiner Rolle als Chronist Anton Paulus zusammen mit Alexander Spitzer, der den Doppelmörder Andrä Bücherl darstellt, die Hinrichtungsstätte sowie die hohe Gerichtsbarkeit des Gewaltigen Landgerichts auf dem Nordgau erläutern. Es wird das wohl abscheulichste Verbrechen behandelt und schauspielerisch dargestellt, das jemals vor dem Landgericht Burglengenfeld verhandelt wurde: Der Kriminalfall des Doppelmörders Andreas Büchl aus Regendorf, der am 9. Juni 1809 mit dem Schwert auf dem Galgenberg enthauptet wurde.

Durch die Erbteilung Bayerns in Ober- und Niederbayern im Jahre 1255 bestimmte Herzog Ludwig der Strenge Burglengenfeld zum Sitz des Vitztums (Stellvertreter des Herzogs), das damit neben München zweiter Hauptort von Oberbayern wurde. Zugleich wurde Lengenfeld auch Sitz des Gewaltigen Landgerichts auf dem Nordgau. Die hohe Gerichtsbarkeit wurde auch als das Blutrecht bezeichnet, also das Recht, Todesstrafen zu verhängen, die an der Hinrichtungsstätte auf dem Galgenberg vollstreckt wurden. Der befestigte Steinkranz dort markiert noch heute die Stelle, an der die Hinrichtungen stattfanden; einstmals war dies ein hoch aufgemauertes Podest mit einem hölzernen Galgen. Hingerichtet wurde seit dem Mittelalter durch den Strang oder durch das Schwert, aber auch durch Vierteilen, Rädern und Verbrennen. Auf Stadtansichten aus dem frühen 16. Jahrhundert ist der Galgenberg deutlich als hoheitlicher Gerichtsort erkennbar.

Treffpunkt zum Schauspiel ist direkt auf dem Galgenberg. Da die Stadtführer eine Kooperation mit der VHS im Städtedreieck vereinbart haben, läuft die Anmeldung ausschließlich über die VHS. Online über die Website https://vhs-schwandorf-land.de/ oder unter Tel. 09471/3022333.  Die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro. Für Kinder unter 14 Jahren ist diese Vorstellung nicht geeignet.

PM: Stadt Burglengenfeld, Michael Hitzek