Häusliche Gewalt in der Corona-Krise Notfall-Nummern und wichtige Beratungsmöglichkeiten

Archivbild 2019! Die Kooperationspartner tragen zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Helga Forster (rechts unten) und dem stellvertretenden Landrat Joachim Hanisch (zweiter von rechts) bei dem Aktionsfoto „Wir brechen das Schweigen“ zur Bekanntmachung des bundesweiten Hilfetelefons bei. (Marion Juniec-Möller/ Archiv 2019)

Die Corona-Pandemie beschränkt das öffentliche Leben. Was derzeit gegen das Virus helfen soll, könnte in manchen Familien gefährlich sein. Home Office, Kinderbetreuung, Ängste um die Gesundheit und den Arbeitsplatz, diese vielfältigen Herausforderungen auf engstem Raum bergen Konfliktpotential. Kinder und Frauen sind in besonderem Maße durch häusliche Gewalt betroffen.

Viele Beratungsstellen bieten aktuell verstärkt telefonische Hilfe oder Online-Beratung an. Wer Unterstützung braucht, kann gerne folgende örtlichen Unterstützungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen:

Frauen helfen Frauen e.V. Frauenhaus im Landkreis Schwandorf

Telefon 09471 7131, Mail frauenhaus.sad@gmx.de

Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle

Telefon 09431 997010, Mail kontakt@eb-schwandorf.de

www.beratungsstelle-schwandorf.de

Beauftragte der Polizei für Kriminalitätsopfer

Telefon 0941 506-0 oder 0941 506-1333,

Mail pp-opf.opferschutz@polizei.bayern.de

Neben den örtlichen Unterstützungsmöglichkeiten stehen auch folgende überörtlichen Hilfen bei Konflikten zur Verfügung:

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

Telefon 08000 116016, www.hilfetelefon.de

AETAS Kinderstiftung

Telefon 089 997 409020 (Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr),

www.aetas-kinderstiftung.de

Krisentelefon des TraumaHilfeZentrums Nürnberg

Telefon 0911 990090-99, www.thzn.org

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche

Telefon 116 111 (Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr und am Montag, Mittwoch und Donnerstag zusätzlich von 10 bis 12 Uhr)

Online-Beratung für Kinder und Jugendliche unter www.nummergegenkummer.de sowie für Eltern unter Telefon 0800 111 0550 (Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr und am Dienstag und Donnerstag auch von 17 bis 19 Uhr).

Für die Fälle, in denen die einzig mögliche Lösung darin besteht, dass das Opfer die gemeinsam genutzte Wohnung verlässt, bietet das Frauenhaus gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern rund um die Uhr Beratung und Schutz. Das Frauenhaus im Landkreis Schwandorf bietet telefonische Beratung an unter 09471 7131. Auch wenn derzeit alle Plätze belegt sind, können die Fachfrauen des Frauenhauses die Frauen telefonisch beraten und bei Akutsituationen Alternativen zur Unterbringung besprechen.

Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Katholischen Jugendfürsorge in Schwandorf unterstützt auch während der Corona-Krise. Nachdem das familiäre Zusammenleben in der Quarantänesituation schwierige Situationen bescheren kann, gibt es Telefonsprechzeiten oder die Möglichkeit, anzurufen und sich beraten zu lassen. Wenn es in der Familie zu eskalierenden und verletzenden Streitigkeiten kommt oder wem es wegen Ängsten oder Kummer als Elternteil, als Jugendlicher oder junger Mensch nicht gut geht, kann sich an die Beratungsstelle wenden.

Die Beauftragten der Polizei für Kriminalitätsopfer unterstützen und beraten Opfer von Gewalttaten im sozialen Nahraum. Sie informieren über rechtliche Möglichkeiten und vermitteln Kontakte zu Hilfe leistenden Einrichtungen und Organisationen. In Notfällen ist die Polizei unter der Notrufnummer 110 erreichbar. Als Ansprechpartnerinnen für Kriminalitätsopfer informieren und unterstützen die Beauftragten in den Bereichen Gewalt im familiären Bereich, Häusliche Gewalt, Misshandlung
oder Vernachlässigung von Kindern, sexuelle Gewalt gegen Erwachsene, sexueller Missbrauch von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen und Stalking (Nachstellung).

Das Bundeshilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unterstützt unter der Nummer 08000 116016 sowie via Sofort-Chat Betroffene aller Nationalitäten. Die Unterstützung ist anonym, kostenlos und findet an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr statt. Qualifizierte Beraterinnen stehen den Hilfesuchenden vertraulich zur Seite und vermitteln sie bei Bedarf an Unterstützungsangebote vor Ort, etwa an eine Frauenberatungsstelle oder ein Frauenhaus in der Nähe. Auch Angehörigen, Freundinnen und Freunden sowie Fachkräften steht das Hilfetelefon für Fragen und Informationen zur Verfügung. Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit sichern den Zugang für Frauen mit Behinderung und geringen Deutschkenntnissen www.hilfetelefon.de.

Um Familien und auch die Fachkräfte in der jetzigen, besonderen Situation zusätzlich zu stärken, hat das Sozialministerium kurzfristig den Ausbau eines ergänzenden bayernweiten Unterstützungsangebots beschlossen: Die AETAS Kinderstiftung bietet ab sofort für von der Coronakrise betroffene Kinder, Familien und Fachkräfte eine telefonische Krisenberatung, die unter der Telefonnummer 089 997 409020 von Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr erreichbar ist. Unter www.aetas-kinderstiftung.de ist auch eine Online-Beratung möglich.

Traumatisierte Betroffene, die aufgrund der aktuellen Situation verunsichert sind oder sich instabil fühlen, können sich an das eigens eingerichteten Krisentelefon des TraumaHilfeZentrums Nürnberg wenden. Das Notfalltelefon für Traumatisierte ist unter der Nummer 0911 990090-99 erreichbar, www.thzn.org.