Per Hochdruckschlauch wird die homogene Ansaat-Emulsion von einem Mitarbeiter der Spezialfirma aus Nordrhein-Westfalen auf die rekultivierten Flächen des Westfeld-Bauabschnitts 02 aufgesprüht. Da die Flächen an einigen Stellen recht steil sind, werden zu dauerhaften Sicherung gegen ungewollte Witterungseinflüsse Kokosmatten darüber gelegt, die mit Holznägeln im Erdbereich befestigt sind. Die angesäten Pflanzen wachsen durch die Matten durch. Fotos: Jan Kiver, 2020

Rekultivierung des ehemaligen südlichen Wackersdorfer
Braunkohlereviers –
Bauabschnitt 02 auf dem Westfeld rund um den wieder erstandenen
Irlacher See voll im Zeitplan.

Die Arbeiten zur Rekultivierung des Westfelds bei Wackersdorf auf dem rund fünf Hektar großen nördlichen Bauabschnitt 02 unterhalb des Geotops nähern sich ihrem grünen Ende und liegen damit etwas vor dem Zeitplan.
Daher können die in den letzten rund 12 Monaten entstandenen Rekultivierungsflächen im Westfeld-Bauabschnitt 02 rund um den wieder erstandenen Irlacher See schon in der laufenden ersten Augustwoche ihr grünes Finish bekommen. Ziel ist ein extensiv zu bewirtschaftender, naturschutzfachlich wertvoller Magerrasen.

Wie die gesamten Arbeiten auf dem Westfeld ablaufen durften wir 2019 bereits im Film festhalten:


Die Arbeiten zur großflächigen Nass-Ansaat werden im Auftrag von Uniper von einem darauf spezialisierten Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen ausgeführt. Die jetzt zu begrünenden Flächen umfassen rund 40.000 m² (vier Hektar), die mit einem speziellen Landschafts-/Magerrasen-Substrat angesprüht werden. Über die Ansaatschicht werden Kokosmatten verlegt, die mit Holznägeln dauerhaft auf den Boden geheftet werden. Pro Quadratmeter werden rund 115 Gramm Nass-AnsaatEmulsion auf die Rekultivierungsschicht gespritzt. Die homogene Emulsion besteht aus einem Gemisch von Saatgut (unter anderem mit Kräutern und Winterroggen), Dünger-, Bodenhilfs- und Bodenverbesserungsstoffen.
Das Nass-Ansaat-Verfahren zur Begrünung der Rekultivierungsflächen im Westfeld wurde deshalb gewählt, weil die entstandene Hügellandschaft schwer erreichbare und nicht befahrbare Flächen ausweist. Das grüne Deckkleid soll die Flächen zuverlässig und dauerhaft begrünen und vor Erosion schützten. Die entsprechende Begrünungsrezeptur ist auf den Standort angepasst worden. Von einem Hydroseeder (Spezial-LKW) aus spritzen Mitarbeiter mittels Schlauchleitungen und Strahlrohr über spezielle Düsen die Anspritz-Emulsion auf die Flächen. Für eine homogene Anspritzmasse sorgt ein Rührwerk auf dem LKW, so dass ein gleichmäßiges Begrünungsergebnis entsteht Mit der Begrünung der Flächen kann der Bauabschnitt 02 des WestfeldRekultivierungsprojekts an die schon seit einigen Jahren bestehenden Naturflächen des Bauabschnitts 01 angebunden sowie in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild integriert werden.

Per Hochdruckschlauch wird die homogene Ansaat-Emulsion von einem Mitarbeiter der Spezialfirma aus Nordrhein-Westfalen auf die rekultivierten Flächen des Westfeld-Bauabschnitts 02 aufgesprüht. Da die Flächen an einigen Stellen recht steil sind, werden zu dauerhaften Sicherung gegen ungewollte Witterungseinflüsse Kokosmatten darüber gelegt, die mit Holznägeln im Erdbereich befestigt sind. Die angesäten Pflanzen wachsen durch die Matten durch. Fotos: Jan Kiver, 2020


Die Begrünung der Rekultivierungsflächen des Bauabschnitts 02 im Westfeld bildet den baulichen Schlusspunkt der im Frühsommer 2019 begonnenen Arbeiten. Die Oberpfälzer Firma Kassecker hat mit großer Sorgfalt und Termintreue unter Beachtung der bei Uniper geltenden hohen Arbeitsschutzanforderungen, die durch die CoVid 19- Pandemie noch zusätzlich verschärft wurden, die Rekultivierungsarbeiten bis auf wenige Restarbeiten vorzeitig fertiggestellt. Sichtbare Zeichen sind die neu modellierte sanfte Hügellandschaft rund um den in einem befestigten Becken wiedererstanden ehemaligen Irlacher See an der mit rund 30 Meter tiefsten Stelle des Westfelds. Der Irlacher See dient als Sickerwassersammler. Diese Wässer werden über die vier hochmodernen, neuen Saugpumpenschächte in die Wasseraufbereitungsanlage gepumpt und von dort entsprechend den behördlichen Vorgaben gereinigt in den Knappensee weitergeleitet.
Während der vergangenen eineinhalb Jahren wurde systematisch eine neue Landschaft im Bauabschnitt 02 gestaltet. Dabei wurden die ehemaligen intensiv industriell und bergmännisch genutzten Flächen abgedichtet als auch die Oberfläche durch einen in Schichten angelegten Aufbau des Rekultivierungsbodens neu gestaltet mit dem Ziel, der Region ökologisch wertvolle Landschaften zurückgeben zu können.
Für den Aufbau der Abdichtung und Modellierung des Bauabschnitts 02 wurde zu Beginn mit 50.000 m³ Material eine Befahrungsschicht unterhalb der Dichtungsebene angelegt.
Als Ausgleichsschicht für die Dichtungsmatten wurden 6.000 m³ Material verbaut. Darüber kamen auf 35.000 m² sogenannte geosynthetische Ton-Dichtungsbahnen aus Bentonit. Dieser geotextile Verbundstoff hat sich als natürliche Abdichtung gegen Flüssigkeiten wegen seiner schnellen und sicheren Dichtwirkung durch die sehr gute Quellfähigkeit bewährt. Ein Zentimeter der Dichtungsbahn aus Bentonit (einem vulkanischen Tonmineral) ersetzt eine herkömmliche Tonabdichtung mit einer Stärke
von rund einem halben Meter.
Über die dichtende Matte wurden in bis zu 1,2 Meter Stärke verschiedene
Bodenschichten, wie rund 4.000 m³ mineralische Sand-Schutzschicht, 8.000 m³ Wurzelhemmschicht und 40.000 m³ Bewuchsschicht (Oberpfälzer Mutterboden) aufgetragen.

Per Hochdruckschlauch wird die homogene Ansaat-Emulsion von einem Mitarbeiter der Spezialfirma aus Nordrhein-Westfalen auf die rekultivierten Flächen des Westfeld-Bauabschnitts 02 aufgesprüht. Da die Flächen an einigen Stellen recht steil sind, werden zu dauerhaften Sicherung gegen ungewollte Witterungseinflüsse Kokosmatten darüber gelegt, die mit Holznägeln im Erdbereich befestigt sind. Die angesäten Pflanzen wachsen durch die Matten durch. Fotos: Jan Kiver, 2020


Insgesamt mussten aus der Region rund 240.000 Tonnen Rekultivierungsböden per LKW antransportiert werden. Die Transportwege konnten im Sinne von Klimaschutz und Ressourcenschonung kurzgehalten werden. Die Böden wurden vor dem Einbau entsprechend der behördlichen Auflagen systematisch geprüft und gegebenenfalls zusätzlich aufbereitet. Zur Abdichtung der neben den Befahrwegen verlaufenden Gräben wurden 7.000 m² Kunststoffdichtungsbahnen verlegt und mit Wasserbausteinen gesichert. Die Böschungen des wieder erstandenen Irlacher Sees sind mit rund 12.000 Tonnen Wasserbausteinen gesichert worden.
Über zehn Millionen Euro investierte Uniper allein in diesen zweiten Rekultivierungsabschnitt. Neben diversen regionalen Zulieferfirmen waren rund 20 Mitarbeiter von Kassecker, Uniper sowie den Gutachter-, Planungs- und Überwachungsbüros mit den Arbeiten vor Ort beschäftigt. Auch der eingesetzte Maschinenpark, zur Qualitätskontrolle großteils satellitengesteuert, war beeindruckend:
Mehrere Radlader in unterschiedlichen Gewichtsklassen für den Massenumschlag und zur Bodenaufbereitung, Kettenbagger mit diversen Anbauwerkzeugen, ein kalibrierter Walzenzug mit GPS-überwachter Verdichtungskontrolle, eine „Schneekanone“ und Traktoren mit Wassertanks zur Befeuchtung und Staubbindung sowie die bei Großbaustellen obligatorische Reifenwaschanlage für die Transportfahrzeuge.

PM: Uniper SE, Jan Kiver