Bild sitzend von links nach rechts: Christian Haider, Theresia Haider, Sabrina Zöfel, Susanne Simon, Ulrike Bergler, Diez Manuela, Alexander Gröbner

Warum soll für uns in der Asklepios Klinik Lindenlohe ein Tarifvertrag Utopie sein?

Klardorf: Bei der Pressekonferenz der Gewerkschaft ver.di im Turmrestaurant Obermeier am 31. Januar 2020 wurde schnell klar, die Beschäftigten wollen sich nicht weiter dafür rechtfertigen müssen, weil sie einen Tarifvertrag fordern.  Gemeinsam mit den beiden ver.di Gewerkschaftssekretären Alexander Gröbner und Manuela Dietz stellten sich ver.di Vertrauensleute aus der Asklepios Klinik Lindenlohe den Fragen der Presse. 

„Wir, die Gewerkschaft ver.di, haben Asklepios erneut zu Tarifverhandlungen aufgefordert, so Manuela Dietz, ver.di Gewerkschaftssekretärin in der Oberpfalz, „doch die Arbeitgeberseite hat sich noch nicht dazu geäußert!“ Die Arbeitgeberseite hält weiter daran fest, lediglich mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zu unterzeichnen. „Wir verstehen nicht, warum uns das Recht auf einen Tarifvertrag verweigert werden soll?“, so ver.di Vertrauensfrau Theresia Haider. „Wir arbeiten gerne in Lindenlohe und mit unseren Kolleginnen im Team, ergänzt ver.di Vertrauensmann Christian Haider, und das wollen wir auch weiter. Doch wenn alle Häuser im Umkreis nach Tarif bezahlen, entscheiden sich viele einen Job in einem tarifgebundenen Krankenhaus anzunehmen.“  „Das ist ja auch kein Wunder, so ver.di Vertrauensfrau Simone, wir haben Kollegen, die einen Nebenjob annehmen müssen um monatlich über die Runden zu kommen.“

Die Kolleginnen und Kollegen sind sich einig! Das Asklepios überhaupt mit der vorgelegten Betriebsvereinbarung auch über Inhalte wie Arbeitszeit und Urlaub beschäftigt ist der Erfolg der nur durch ihre Solidarität und die Unterstützung der Gewerkschaft ver.di möglich wurde. Empört sind die ver.di´aner, dass es nicht in einen Tarifvertrag vereinbart werden soll. „Dies hat,“ so Manuela Dietz von ver.di, „Strategie.“

Die Gewinne des Asklepios Konzerns kennen nur eine Richtung und die heißt nach oben!  Seit 2007 hat sich der Vorsteuergewinn des Gesamtkonzerns auf fast 400 Millionen Euro verdreifacht! Doch woher kommt dieses Geld? Während kommunale Krankenhäuser am Rande der Existenz stehen generiert Asklepios hohe Profite! Dies funktioniert nur in dem der permanente Kostendruck an die Beschäftigten weitergegeben wird.

Dies geschieht durch ständige Ausgliederung von kleinen Einheiten. Diese kleinen Einheiten werden dann in konzerneigenen Tochtergesellschaften in größere Bereiche zusammengefasst. Die betroffenen Beschäftigten sind dann im Cluster für mehrere Standorte zuständig. So z.b. auch in Lindenlohe, wo die zentrale Sterilgutversorgung ausgegliedert werden soll.

Auf dies Weise kann Personal und somit Personalkosten eingespart werden. Doch die Belastung bei den Beschäftigten steigt und vor allem wird so regelmäßig die Arbeitnehmermitbestimmung geschwächt!

Inzwischen ist bundesweit vom Fachkräftemangel in allen Branchen in Krankenhäusern die Rede. Tarifliche geregelte Arbeitsbedingungen stellen nachweislich sichere und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen dar. Fachkräfte werden sich genau überlegen bei welchem Arbeitgeber sie ihren Arbeitsvertrag unterzeichnen.

Diese Personalpolitik kann nicht zukunftsfähig sein, denn sie ist nur auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichtet. Nicht jedoch auf eine Gesundheitsversorgung wie wir sie alle erwarten. „Wir wollen alle – sollte es nötig werden – von examinierten und gut qualifizierten Personal betreut werden, so Alexander Gröbner, ver.di Oberpfalz, „doch dies erfordert auch eine gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingung um auch tagtäglich gute Arbeit leisten zu können.“

Mit dieser Unternehmenspolitik greift Asklepios unser soziales System in Deutschland an, denn es schöpft Gelder aus dem Sozialen System ab und refinanziert es nicht wieder in das System! Im Gegenteil! Der Asklepios Eigentümer kann inzwischen lt. dem Magazin Forbes sein Vermögen auf rund 4,7 Milliarden Euro beziffern! Dieses Geld, das vor allem Beschäftigte in den Krankenhäusern erarbeitet haben, steht dem Gesundheitswesen und somit auch der Gesundheitsversorgung unserer Region nicht mehr zur Verfügung!

Wie geht es weiter?

Nächste Woche, am 04. Februar 2020 will sich die Arbeitgeberseite erneut mit dem Betriebsrat zu Verhandlungen treffen. Im Anschluss werden wir, die Gewerkschaft ver.di am 05. Februar 2020 gemeinsam mit den Kollegen und Kolleginnen dieses Angebot in der Mitgliederversammlung beleuchten.

PM: VER.DI Bezirk Oberpfalz / ThSt Videos: © thomasstarringer 2019 / 2020

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