Wolfmitarbeiter reichen Petition ein

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Petition in Schwandorf: Mitarbeiter der Firma WOLF fordern eine alternative Lösung zum Verbot der Arbeitnehmerüberlassungen für die Lebensmittelproduktion

Am Mittwoch, den 5. August übergaben Ines Grundstein und Raiko Schubert, Vertreter der Mitarbeiter der Fa. Wolf Wurstspezialitäten GmbH, eine Liste mit rund 700 Unterschriften an Oberbürgermeister Andreas Feller, mit der Bitte, diese an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil weiter zu leiten. In der vorgelegten Petition fordern die Beschäftigten der Fa. Wolf den Minister auf, den Gesetzentwurf zum Verbot der Arbeitnehmerüberlassung in der Kerntätigkeit der Fleischwirtschaft zu überdenken.

Die Beschäftigten bangen um ihre Arbeitsplätze. Sämtliche Produktionsstätten der Wolf-Firmengruppe sind vom Saisongeschäft geprägt, so wie viele andere Branchen in der Lebensmittelindustrie. Auch am Standort Schwandorf werden Grillartikel produziert, deren Absatz starken saisonalen und auch wetterabhängigen Schwankungen unterliegt. Nach Aussage der Mitarbeitervertreter kommt es in der Hochphase von April bis Juni zu einer Steigerung der Produktionsmengen von bis zu 40 Prozent gegenüber dem sonst üblichen Volumen. Je nach Wetterlage kann die wöchentliche Nachfrage um 100 % schwanken. Diese extremen Schwankungen und Produktionsspitzen muss das Unternehmen, wie in zahlreichen Branchen üblich, mit Arbeitnehmerüberlassung und Werkverträgen über hochspezialisierte Personaldienstleister abdecken.

Sollte es tatsächlich zum angekündigten Verbot in der Fleischwirtschaft kommen, so hätte dies verheerende Folgen für die Beschäftigten. Saisonale Produktionsspitzen können dann nicht mehr abgedeckt werden. Das bedeutet, die Produktion muss trotz Nachfrage zurückgefahren werden und ganze Produktlinien brechen weg. Oder eine Abwanderung der Produktion ins günstigere Ausland wäre zu befürchten. So oder so stehen hunderte von Arbeitsplätze auf dem Spiel. Ohne ein flexibles System, das es ermöglicht, saisonale Spitzen befristet abzufangen sehen die Mitarbeitervertreter den Standort Schwandorf gefährdet.

Oberbürgermeister Andreas Feller versprach die Petition an Bundesminister Heil weiter zu geben. „Für den Standort Schwandorf ist die Firma Wolf ein wichtiger Arbeitgeber.Die Sicherung und der Erhalt der Arbeitsplätze ist für mich ein großes Anliegen!“ Er unterstützt die Mitarbeitervertreter in ihrem Appell, den Gesetzesentwurf zum Verbot der Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischwirtschaft nochmals zu überprüfen. Der derzeitige Gesetzesentwurf sei ein unüberlegter Schnellschuss und gehe seiner Ansicht nach am Ziel vorbei. Insbesondere handle es sich beim Betrieb der Firma Wolf am Standort Schwandorf um einen reinen Verarbeitungsbetrieb. Hier werden weder Schlachtung noch Zerlegung vorgenommen. Die Gleichbehandlung aller lebensmittelverarbeitenden Betriebe sei hier ein wichtiges Argument, das gegen ein Verbot einer einzelnen Branche spreche. Wichtiger sei es hier, die schwarzen Schafe in allen Bereichen durch verstärkte Kontrollen aufzudecken und zu bestrafen, statt alle Unternehmen unter Generalverdacht zu stellen.

PM: Stadt Schwandorf, Vera Delling